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Weltnichtrauchertag – DGNP veranstaltet kostenloses Seminar im Internet
Laut einer Studie von UNICEF rauchen in Deutschland mehr Kinder und Jugendliche als in den meisten anderen Industrienationen. Das Einstiegsalter beim Rauchen liegt in Deutschland mittlerweile bei 11,6 Jahren.
Was können wir tun, um dem etwas entgegenzusetzen? Wie verhindern wir, dass unsere Kinder mit dem Rauchen anfangen?
Anlässlich des Weltnichtrauchertages bietet die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention (DGNP) mit der freundlichen Unterstützung von Spreed, interessierten Eltern und Lehrern ein kostenloses Seminar im Internet an. Das sogenannte Webinar dauert ca. 45 Minuten und wird von Isabell Drescher, Vorstandsmitglied der DGNP, veranstaltet. Es zeigt, warum Abschreckung nicht hilft und was Eltern und Lehrer tun können, um Kinder effektiv vorm Rauchen zu bewahren. Im Chatroom steht Isabell Drescher anschließend 45 Minuten für die Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.
Anmeldung zum Webinar „Fiese Falle!“ am 10. Juni 2010 um 19 Uhr:
Senden Sie einfach eine E-Mail an: isabell.drescher@nikotinpraevention.de.
Sie erhalten dann kurz vorm Termin einen Link, mit dem Sie sich bequem und unkompliziert von Ihrem Computer aus in das Webinar einloggen können.
„Heiter bis wolkig“ – Berliner Krebsgesellschaft und Deutsche Herzstiftung sponsern Kurzfilm
Dank der finanziellen Unterstützung der Berliner Krebsgesellschaft und der Herzstiftung konnte die DGNP diesen neuen Kurzfilm für ihr Seminar „Fiese Falle!“ drehen.
Der Film zeigt den Tagesablauf eines Rauchers und den eines Nichtrauchers. Dank eines geteilten Bildschirms haben die Kinder den direkten Vergleich. Schnell wird klar, dass der Raucher im Nachteil ist. Er muss den ganzen Tag rauchen, weil der Nikotinpegel sinkt und ihm ständig etwas fehlt. Außerdem hat er weniger Geld, ist schlapper und unausgeglichener.
Der Film kommt im Seminar sehr gut an und ist bestens geeignet um den Kindern die Nikotinfalle zu demonstrieren.
Die DGNP dankt der Deutschen Herzstiftung und der Berliner Krebsgesellschaft für die freundliche Unterstützung.
Ein großes Dankeschön auch an die Schauspieler Janos Rüdiger, Horst Koerner, Rebecca Loyda, Peter Heimerl, Peggy Marmuth, Sophie Loyda, Marius Ahrendt und Phillip Shakunle, sowie an den Kameramann Benjamin Raeder, seinen Assistenten Markus Kloth und an den Cutter Hannes Frahm.
www.fiese-falle.de - neue Website für die DGNP
Der BKK-Bundesverband spendierte der DGNP anlässlich der Kooperation eine eigene Homepage für das Nikotinpräventionsseminar „Fiese Falle!“. www.fiese-falle.de bietet Informationen für Eltern, Lehrer, Schüler und weitere Interessierte.
So können sich Lehrer unter „Downloads“ kostenlos ein Lehrermanual herunterladen und im Unterricht einsetzen. Für Schüler gibt es ein Quiz, in dem sie ihr Wissen aus dem Seminar testen können. Zahlreiche Fotos und Presseartikel dokumentieren unter „Feedback & Galerien“ den Erfolg der Kooperation.
Die CITY BKK sponsert 36-mal „Fiese Falle!“ in Hamburg, Berlin und Stuttgart
Die CITY BKK ermöglicht Schülern aus Hamburg, Berlin und Stuttgart den Besuch von „Fiese Falle!“. Die Seminare in Berlin sind bereits angelaufen, für Stuttgart sucht die DGNP noch interessierte Schulen. Bitte melden unter info@nikotinpraevention.de.
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BKK und DGNP ziehen gemeinsam das Präventionsseminar „Fiese Falle“ auf
31. Mai 2008 - Rauchen entspannt, macht schlank, hilft der Konzentration – die Liste der Nikotin- und Rauchermythen ist lang. Und das, obwohl feststeht: Rauchen gefährdet die Gesundheit. Damit soll jetzt Schluss sein. Mit der im Mai diesen Jahres gestarteten Kooperation zur Kampagne „Fiese Falle“ des BKK Bundesverbandes und der Deutschen Gesellschaft für Nikotinprävention sollen Kinder und Jugendliche aufgeklärt werden. Unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, soll das in Berlin bereits erfolgreich erprobte Seminarkonzept für Schulen bundesweit angeboten werden.
Schule – idealer Ort für Suchtprävention
„Man darf nicht vergessen, Rauchen führt schnell zur Abhängigkeit. Suchtprävention ist immer dann am wirkungsvollsten, wenn Kinder und Jugendliche aktiv gefordert und ihre Meinungen ernst genommen werden. Auch muss ihre Neugierde angesprochen werden. Schulen sind dafür ein idealer Ort, weil hier in der Präventionsarbeit alle Kinder und Jugendlichen gezielt erreicht werden können“, so Sabine Bätzing.
Mit 13 Jahren fangen Kinder an zu rauchen
Rund 20 Prozent der 11- bis 17-Jährigen rauchen gelegentlich, so die Studie des Robert Koch Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS-Studie). Sind bei den 11- bis 12-jährigen Kindern noch unter zwei Prozent Raucher, so rauchen bereits über acht Prozent der 13-Jährigen. Je älter die Kinder und Jugendlichen sind, desto mehr und desto häufiger geraten sie in die Nikotinabhängigkeit. „Können die Kinder nachvollziehen, wie man ganz fix in die Abhängigkeitsfalle gerät und dass die vermeintlichen Vorteile des Rauchens nur Selbstbetrug sind, lässt sich ihr Einstieg in eine Raucherkarriere verhindern. Das ist ein wichtiger Ansatz zur Prävention der Nikotinabhängigkeit“, erläutert Dr. Hildegard Demmer, Stellvertreterin des Vorstandes des BKK Bundesverbandes.
Kampagne geht auf Schultour
48 am Medienverhalten von Kindern ausgerichtete Seminare in zehn Städten Deutschlands für jeweils rund 90 Schüler aus fünften und sechsten Klassen bilden den Auftakt einer Schultour im Jahr 2008. Zusätzlich zur Schultour gibt es auf der Informationsplattform www.fiese-falle.de Hintergrundinformationen und Unterrichtsmaterialien. Dazu kommen Nachbetreuungs-Tools in Form von Spielen und Argumentsammlungen gegen das Rauchen.
Leitfaden motiviert zum Rauchstopp
„Rauchen oder nicht rauchen?“ – der neu aufgelegte Leitfaden für Jugendliche und Erwachsene bietet die Möglichkeit, auf abwechslungsreiche Weise das Thema in Gruppen zu behandeln und eine neue Sicht auf die Mechanismen der Abhängigkeitsentwicklung und den Wegen daraus zu erhalten.
„Fiese Falle“ sowie die Broschüre „Rauchen oder nicht rauchen? Ein Leitfaden für die Arbeit in Gruppen“ sind Teil der Initiative „Mehr Gesundheit für alle" des BKK Bundesverbandes. Informationen und Materialien gibt es unter www.bkk.de/mehr-gesundheit-fuer-alle. In gedruckter Form können die Broschüren unter praevention@bkk-bv.de bestellt werden.
(Pressemitteilung des BKK Bundesverbandes)
DGNP schreibt für Pro Rauchfrei e.V.
22. Mai 2008 - Der Nichtraucherschutz-Verein Pro Rauchfrei e.V. startet in seinem Magazin die Serie „Wie das Rauchen funktioniert“. Autor ist Thilo Baum vom DGNP-Vorstand.
„Ich finde es wunderbar, dass Nichtraucherschützer sich jetzt nun auch dafür stark machen, die eigentlichen Mechanismen des Rauchens unter die Experten und in die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt Baum. „Denn für rauchfreie Luft kämpfen ist eine Sache - Rauchern ist damit kaum geholfen. Wenn man nun aber schaut, was das Problem der Raucher eigentlich ist, ist das ein wichtiger Schritt für die Nachhaltigkeit der Arbeit von Nichtraucherschutzorganisationen.“
Die DGNP versteht sich selbst nicht als Nichtraucherschutzorganisation. Baum: „Es geht uns nicht darum, die Lebensqualität von Nichtrauchern zu verbessern, sondern darum, den Nichtraucheranteil zu steigern.“
Hier die Serie - Teil 1.
Wer für rauchfreie Luft kämpft, braucht gegenüber Politikern und Rauchern gute Argumente. Doch das Halbwissen unter Experten ist erschreckend. Die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) hilft: Sie bringt professionelles Nichtraucherseminar-Know-how an die Öffentlichkeit. Teil eins der vierteiligen Serie zum Expertenwissen in Sachen Rauchen: Lügen und Irrtümer.
„Ist doch klar, dass Klinik-Ärzte so viel rauchen bei dem Stress-Job!“
Der Chirurg bei dem Treffen zum Thema „rauchfreie Krankenhäuser“ ist von sich überzeugt und irrt sich doch. Warum? Rauchen hilft nur Rauchern gegen Stress. Nikotin beseitigt kurz das lästige Unruhegefühl, das Raucher haben, wenn sie nicht rauchen. Und das empfinden Raucher natürlich als entspannend. Gegen den Klinik-Stress hilft rauchen nicht: Kein nicht rauchender Arzt braucht bei Stress eine Zigarette.
So helfen „Experten“ der Tabakindustrie, ihre Werbebotschaften weiterzuverbreiten – und niemand in der Runde widerspricht, weil es keiner besser weiß. Denn viele Experten sprechen zwar über die Folgen des Rauchens, nicht aber über das Rauchen selbst.
„Wer aufhört zu rauchen, hat erst nach 15 Jahren das gleiche Herzinfarkt-Risiko wie ein lebenslanger Nichtraucher“,
sagt eine Ärztin im Fernsehen ebenso wichtig – und pflanzt in Tausenden von Rauchergehirnen die Mutlosigkeit, aufhören lohne sich nicht. Fatal und falsch! Auch diese Dame wird in ihrem Medizin-Studium Statistik gehabt haben und wissen, dass sich das Risiko wie beim radioaktiven Zerfall in Form einer Halbwertzeit-Kurve minimiert. Und das heißt: Wann die Kurve letzen Endes die Null berührt, ist irrelevant! Wichtiger ist auch beim Herzinfarktrisiko die Halbwertzeit: Schon 48 Stunden nach der letzten Zigarette ist das Risiko halbiert!
„Nikotin hat eine beruhigende Wirkung.“
Eines der Lieblingsargumente der Raucherlobby. Fragen wir tausend Trinker, ob Trinken beruhigt, werden tausend Trinker mit Ja antworten. Fragen wir tausend Raucher, sagen tausend Raucher Ja. Fragen wir Nichtraucher und lassen sie rauchen, zeigt sich, dass Nikotin Kopfschmerzen und Übelkeit erzeugt. Nikotin wirkt also auf Raucher anders als auf Nichtraucher: Rauchern tut es gut, weil ihnen ohne Nikotin etwas fehlt. Auf Entzug seinen Suchtstoff zu bekommen, empfindet ein Süchtiger in aller Regel als beruhigend. Die Aussage ist also wertlos!
„Rauchen schmeckt Rauchern gut.“
Ach ja? Dann könnten die Raucher ja auch paffen. Denn in der Lunge haben wir keine Geschmacks- und Geruchssinneszellen. Die haben wir nur in Mund und Nasenraum. Was gut schmeckt, lassen wir gerne länger im Mund. Aber ein Raucher, der Rauch 30 Sekunden lang im Mund stehen lässt, findet den Geschmack meist widerwärtig. Wenn Raucher „Geschmack“ sagen, meinen sie damit die physiologische Wirkung des Nikotins: Es gelangt durchs Inhalieren ins Gehirn und tut gut, weil es das für Raucher typische innere Leeregefühl für wenige Minuten beseitigt.
„Warnhinweise müssen schrecklich sein.“
Ja, wenn man will, dass Raucher weiter-rauchen. Schreckliche Fotos machen Stress, und Raucher wissen genau, was gegen Stress hilft – eine Zigarette! So haben sie es gelernt. Sinnvoller statt „Rauchen tötet“ wären Warnhinweise wie „Aufhören macht gesund“, „Das Bedürfnis zu rauchen kommt von der jeweils vorigen Zigarette“ – und „Nur Rauchern fehlt das Rauchen.“ Anstatt abzuschrecken und Rauchern Vorwände für Jetzt-erst-recht-Reaktionen zu liefern, könnten Warnhinweise die Absurdität der Kettenreaktion bloßstellen, die dem Rauchen zugrunde liegt. Und wesentlich mehr Raucher würden mit dem Rauchen aufhören.
Pro Rauchfrei, die Lobby der Nichtraucher, finden Sie hier:
www.pro-rauchfrei.de
Der „Stern“ versteht das Rauchen nicht
21. Januar 2008 – Die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) rätselt über das Zustandekommen des Serienteils „Nie wieder rauchen“ im „Stern“ vom 17. Januar. Als würden nicht Tausende einfach und ohne Verlustgefühle mit dem Rauchen aufhören, stellt der „Stern“ das Nichtraucherwerden als höchst schwierige und anstrengende Sache dar. Er lässt sich leiten von der bekannten deprimierenden und demotivierenden Rhetorik des klassischen verhaltenstherapeutischen Ansatzes in der Raucherentwöhnung – als gebe es nichts anderes.
Fragt man Ex-Raucher, wie sie aufgehört haben, was antworten sie? Jeder weiß es aus seiner Alltagsempirie: Die meisten haben es einfach gelassen. Kaum jemand war beim Psychologen oder hat Nikotin in anderer Form zu sich genommen. Fragt man erfolgreiche Ex-Raucher systematisch, so zeigt sich: 87,2 Prozent haben es ohne Hilfsmittel geschafft (Kraus, L. und Augustin, R.: Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland 2000. Sucht, 47/2001, Sonderheft 1, S. 3-86). Warum verschweigt das der „Stern“? Zum Vergleich: Nur 2,5 Prozent nutzten Nikotinpflaster, über die der „Stern“ unter anderem schreibt.
Nach Ansicht der DGNP richten sich die problemorientierten und psychologisierenden Ansätze der Raucherentwöhnung an eine Minderheit. Die Mehrheit der Raucher sucht keinen Psychologen auf, um wochenlange Programme über sich ergehen zu lassen. Die meisten Raucher bevorzugen es, per Beschluss aufzuhören. Und das ist keinesfalls so schwer, wie der „Stern“ sein Publikum glauben machen will, indem er eine äußerst perfide Rhetorik bemüht.
„Nie wieder rauchen!“, lautet die Ankündigung der Serie auf Seite eins. Sogleich geht es demotivierend weiter: „Warum es so schwer ist, damit aufzuhören – und wie Sie es trotzdem schaffen“. Im Inhaltsverzeichnis: „Wie schlimm ist es? Testen Sie, ob Sie abhängig sind“. Warum diese negative Wortwahl?
Mit dem Rauchen aufhören ist Kopfsache. Meint man, es sei schwer und langwierig, so wird es schwer und langwierig – denn wer Probleme sucht, indem er das Rauchen beispielsweise problematisiert, wird Probleme finden. Wer in einem verhaltenstherapeutischen Programm auf „Raucherkarten“ Buch führt über gerauchte und nicht gerauchte Zigaretten und notiert, wie wichtig die jeweiligen Zigaretten sind, wird lange mit dem Rauchen hadern. Entscheidet man sich dagegen einfach aufzuhören und tut es ohne viel Aufhebens, ist es leicht. Wesentlich dabei ist, den Kampf im Kopf zu beenden, den Raucher oft haben: Sie rauchen einerseits gern und wollen andererseits aufhören. Wer beide Stimmen zusammenbringt, etwa indem er erkennt, dass Rauchen nur Raucher entspannt, hört ganz einfach auf. Wer sich einreden lässt, aufzuhören sei schwer und man würde auf etwas verzichten, hat ein Problem. Und das tut der „Stern“.
Der Text im „Stern“ strotzt von Halb- und Unwissen:
- „Dann, zur Geburt, hatte er es sich wieder vorgenommen [aufzuhören]. Aber er schaffte es nicht: Der Stress mit dem Neugeborenen und der Schlafmangel waren zu viel“ (Seite 114). Die Wahrheit ist: Rauchen hilft nicht gegen Stress. Kein Nichtraucher braucht bei Stress eine Zigarette. Die Stresslinderung, die ein Raucher beim Rauchen empfindet, rührt daher, dass der Nikotinpegel der vorigen Zigarette sinkt und Raucher das als Stress empfinden. Raucht ein Nichtraucher eine Zigarette, entspannt ihn das nicht: Er bekommt üblicherweise Schwindel und Kopfschmerzen.
- „Aber so leicht solche Entschlüsse [aufzuhören] zu treffen sind – sie durchzuhalten ist schwer“ (Seite 115). Das ist falsch. Es ist zwar schwer, wenn man der „Stern“-Rhetorik folgt und glaubt, es ginge ums „Durchhalten“. Doch es ist nicht schwer, wenn man das Rauchen versteht und erkennt, dass nur Rauchern das Rauchen fehlt und man daher auf nichts verzichtet. Wenn man weiß, dass der körperliche Nikotinentzug bereits nach einer Nacht zur Hälfte vorbei ist und wenn man weiß, wie man Pawlowsche Konditionierungen (Zigarette und Kaffee) freudig ändert, ist es leicht.
- „Nach 15 Jahren: Das Risiko, einen Sauerstoffmangel am Herzmuskel zu erleiden, ist nicht mehr höher als bei einem Menschen, der lebenslang nie geraucht hat“ (Seite 121). Stimmt! Die Statistik ist nur leider falsch eingeordnet: Bei Regressionskurven – und abflauende Risiken verhalten sich nach solchen – ist das Erreichen des Nullpunktes unwesentlich. Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl fragte niemand, wann das letzte Cäsium-137-Isotop zerfallen ist, sondern man fragte nach der Halbwertszeit. Dass es nicht um den Nullpunkt geht, sollten Wissenschaftsjournalisten wissen. Und sie sollten wissen, wie eine solche 15-Jahre-Nachricht auf Raucher wirkt: demotivierend. Motivierender ist die ebenfalls wahre Information über die Halbwertszeit: Nach 48 Stunden ist das Risiko halbiert.
- „Willenskraft. Von den Rauchern, die mit einer spontanen Hauruckmethode aufhören und ihre Sucht mit alleiniger Willensstärke besiegen wollen, schaffen es drei Prozent, langfristig clean zu bleiben“ (Seite 121). Kein Wunder, dass es so wenige sind, wenn sie sich mit Willensstärke dazu zwingen! Schon das Wort „spontane Hauruckmethode“ unterstellt, dass das Aufhören per Beschluss sowieso nicht klappen kann. Wer das Rauchen dagegen versteht und erkennt, dass Rauchen sinnlos ist, braucht für eine klare Entscheidung keine Zeit mehr. Der Kampf im Kopf endet, und man ist glücklicher Ex-Raucher, wie tausende andere auch, die der „Stern“ ignoriert. Noch einmal: 87,2 Prozent der erfolgreichen Ex-Raucher haben einfach aufgehört. Sie haben die Methode angewandt, die der „Stern“ für unmöglich erklärt.
- Rauchverbote dienen einzig dem Nichtraucherschutz. Sie helfen Rauchern nicht beim Aufhören und sind daher nicht zielführend beim Kampf für eine rauchfreie Gesellschaft.
- Süchtige werden Verbote immer umgehen. Es hat beim Kampf gegen Süchte nie einen Sinn, den Süchtigen einfach ihr Suchtmittel wegzunehmen oder ihnen die Einnahme zu erschweren. Süchtige finden Wege, ihren Stoff zu nehmen.
- Wer das Bezugsalter von Tabakwaren auf einen Schlag von 16 auf 18 Jahre erhöht, kriminalisiert zwei Jahrgänge von Rauchern, ohne ihnen eine Ausstiegshilfe zu bieten.
- Raucher zu diskriminieren bedeutet in Deutschland derzeit, 27 Prozent der Bevölkerung zu diskriminieren.
- Werbeoffensive für Plakatflächen und Anzeigen in Printmedien unter Wahrung des Corporate Design der DGNP e.V., wodurch der neue, abschreckungsfreie Aufklärungsansatz der DGNP e.V. hervorgeht;
- Kommunikationsstrategie zur Bekanntmachung von Präventionsseminaren der DGNP e.V. in ausgewählten deutschen Großstädten für nicht rauchende Kinder der Klassen 5 und 6 unter Einbindung von Medienpartnern
- Akquise von Partnern aus der Wirtschaft zur Finanzierung der Kampagne unter Berücksichtigung der Ansprüche der Satzung (keine Unternehmen, die Suchtmittel herstellen)
- Strategische Planung und Koordinierung der Informationskampagne;
- hohe Medienaffinität, Kontakte zu Medien und Erfahrung im Umgang mit Jugendmedien;
- Bereitschaft für Abrechnung auf Provisionsbasis.
Der DGNP ist es unverständlich, warum Medien bei der Darstellung des Phänomens Rauchen immer wieder auf die gleichen verhaltenstherapeutischen Problem-Ansätze zurückgreifen und neue Strömungen ignorieren. Zur Messung der Abhängigkeit bemüht der „Stern“ den aus dem verhaltenstherapeutischen Denken stammenden Fagerström-Test, dessen Ergebnisse ebenfalls eine fatale Wirkung auf Raucher haben: „Bei Ihnen liegt eine ausgeprägte Abhängigkeit vor.“ Das zu lesen motiviert Raucher ebenso wenig zum Aufhören wie Sprüche wie: „Sie sind extrem stark vom Tabak abhängig – aber Sie können Ihre Sucht überwinden“ (Seite 123). Wörter wie „überwinden“ suggerieren Anstrengung und Stress, obwohl selbst extrem starke Raucher einfach mit dem Rauchen aufhören können, wenn sie es verstehen. Was meinen Raucher, hilft gegen Anstrengung und Stress? Rauchen! Deswegen dient die Psycho-Rhetorik des „Sterns“ eher den Tabakkonzernen als aufhörwilligen Rauchern.
Liegt es nur am Unwissen, dass der „Stern“ seine rauchenden Leserinnen und Leser durch seinen Problemblick und die dazu passende deprimierende Rhetorik demotiviert? Derzeit promotet der „Stern“ das Buch „Auferstanden aus der Asche“, in dem der Journalist Björn Erichsen über die Probleme schreibt, die er beim Aufhören erlebt hat – was einfach zu erklären ist, weil man Probleme findet, wenn man welche sucht. Das Rauchen ist jedenfalls keins. Wenn man es versteht.
Was bringen Rauchverbote gegen das Rauchen?
04. Januar 2008 - Die Gesundheitsszene ist weitestgehend überzeugt: Rauchverbote unter anderem in der Gastronomie tun etwas gegen das Rauchen. Sicher: Wo Rauchen verboten ist, wird möglicherweise weniger geraucht. Aber dienen Verbote dem Kampf gegen das Rauchen?
Was hilft hier mehr als ein Blick in die USA, wo das Rauchen inzwischen als nahezu asozial gilt? Dort müsste doch der Raucheranteil dank der vielen Verbote rapide gesunken sein. Doch laut Center for Disease Control and Prevention (November 2007) beträgt der Raucheranteil in den USA nach wie vor 20,8 Prozent. Zum Vergleich Deutschland: etwa 27 Prozent.
Die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) will auf diesen Umstand hinweisen: Er zeigt, dass die allseits geforderten Verbote nur bedingt geeignet sind, im großen Stil etwas gegen das Rauchen zu tun - auch wenn sie manche Nichtraucher freuen, die dankbar sind für saubere Luft.
Die DGNP wünscht sich daher in der öffentlichen Auseinandersetzung zum Rauchen und zu Rauchverbote folgende Überlegungen:
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu dem Thema haben, schreiben Sie bitte an
info@nikotinpraevention.de
Chance für Unternehmen: Suchtprävention als Imagefaktor
17. Oktober 2007 - Wollen Sie, dass Ihre Kinder rauchen? Nein? Na dann schauen wir doch mal: Was geschieht an deutschen Schulen bislang zum Thema Prävention des Rauchens? Meist sind es noch die alten, verstaubten Ansätze - abschreckende Bilder und moralisierende Verbote. Dass jedoch Warnungen und Verbote genau die Dinge sind, die das Rauchen für Kinder spannend machen, entgeht vielen Pädagogen - sie scheinen sich entweder nicht an ihre erste Zigarette zu erinnern oder sie haben sie nie geraucht.
Tatsächlich zeigt ein Dokument des Tabakherstellers Reynolds, dass sogar abschreckende Warnhinweise auf Zigarettenschachteln für die Tabakindustrie eher nützlich sind. Vor diesem Hintergrund bedarf es einen neuen Ansatzes in der Prävention: Statt das Rauchen zu verteufeln, sollten wir es entzaubern - denn im Kern besteht es aus vielen Legenden und Illusionen, die sich einfach widerlegen lassen. Und wer diese Zusammenhänge versteht, lässt die Finger von der Zigarette.
Die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) ist die erste Organisation, die diesen neuen Denkansatz in der Praxis umsetzt und eine neue Form von Prävention an Schulen etabliert. In ihrem Seminar "Fiese Falle!" für Kinder und Jugendliche entlarvt sie die vielen Lügen und Legenden, die sich ums Rauchen ranken - die Gründe, weswegen Raucher nicht aufhören und weswegen Kinder anfangen. Damit gibt es in Deutschland einen wichtigen neuen Ansatz, der nicht über die zahlreichen Nebenaspekte des Rauchens spricht wie etwa über Krankheiten, sondern der das Rauchen selbst thematisiert.
Zum April 2008 plant die DGNP den Start von großen Seminaren in Berlin, Köln und München für Schülerinnen und Schüler. Zum Auftakt hat die Slogan Werbung Marketing Consulting GmbH aus Filderstadt bei Stuttgart Plakate entworfen, die es in Sachen Aussagekraft zum Rauchen in dieser Stärke bislang nicht gab. Die Plakate haben dank ihres Designs eine erstaunliche Wucht, und es gelingt ihnen, wesentliche Irrtümer zum Rauchen mit sehr wenig Text zu entlarven. Sofern Sie ein Unternehmen sind, das unseren Ansatz unterstützen möchte, erhalten Sie die Entwürfe selbstverständlich vorab.
Für Unternehmen ist der neue Ansatz eine hervorragende Möglichkeit, im Sinne von Corporate Social Responsibility etwas Gutes zu tun, was im Unterschied zu vielen anderen Projekten eine gesamtgesellschaftlich höchst relevante Innovation darstellt. Stellen Sie sich an die Spitze dieses neuen Ansatzes in der Prävention des Rauchens unter Kindern und Jugendlichen, indem Sie die DGNP dabei unterstützen, das Seminar "Fiese Falle!" allen Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu zeigen. Profitieren Sie mit Imagepunkten, indem Sie von der ersten Stunde an mit dabei sind, wenn es darum geht, mit einem neuen Blick auf das Rauchen die Öffentlichkeit zu überzeugen. Unterstützen Sie eine neue Sichtweise auf das Thema - ohne Moralkeule, ohne Drohungen und abschreckende Bilder, sondern mit Offenheit gegenüber allen Fragen von Kindern und Jugendlichen. Diese wissen oft nicht einmal, warum die ersten Zigaretten auf Lunge scheußlich schmecken, warum Rauchen nur Raucher entspannt, warum Rauchen in Wahrheit nicht schlank macht - denn bislang hat es ihnen niemand erklärt. Erstmals in der Geschichte der Rauchprävention gibt es nun eine Organisation, die alle diese Fragen beantwortet und damit Kinder und Jugendliche effektiv vom Rauchen abhält. Und Sie können dabei sein!
Es ist höchste Zeit, uns anzurufen: Die Planungen für den Start der Kampagne im April 2008 laufen auf Hochtouren. Seien Sie jetzt dabei und landen Sie mit Ihrem Logo und Ihrem Namen auf den Plakaten, Anzeigen, Flyern und auf den Unterrichtsmaterialien für Lehrer. Am besten schreiben Sie uns einfach eine E-Mail, wir freuen uns auf Sie! info@nikotinpraevention.de
Ausschreibung
20.09.07 – Die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. sucht eine PR- oder Werbeagentur für eine Informationskampagne. Anforderungen:
Bewerbungen bitte bis 5. Oktober 2007 an die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V., Dircksenstraße 45, 10178 Berlin.
Ausschreibung
20.09.07 – Die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. sucht eine Marketingagentur zur Koordination einer Informationskampagne und zur Einbindung von Medien. Anforderungen:
Bewerbungen mit aussagekräftigem Konzept bitte bis 5. Oktober 2007 an die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V., Dircksenstraße 45, 10178 Berlin.
Droge ohne Rausch:
Nikotin braucht eigenen Präventionsansatz
18. Juni 2007
Wer wirksam etwas gegen das Rauchen unter Kindern und Jugendlichen tun will, sollte Nikotin als eine besondere Droge betrachten. Denn anders als Alkohol oder Cannabis verursacht Nikotin keinen Rausch und hat auch sonst keine als positiv wahrgenommene Wirkung auf den nicht süchtigen Konsumenten. Nikotin eignet sich nicht dazu, der Realität zu entfliehen, Probleme zu vergessen oder schöne Halluzinationen zu erleben. Sondern es wirkt auf den Erstkonsumenten in der Regel mit Kopfschmerzen und Schwindel - also unangenehm. Auf den süchtigen Raucher wirkt Nikotin, indem es kurz ein Leeregefühl beseitigt, das die vorige Zigarette erzeugt hat. Nikotin ist kein Rauschmittel, wohl aber ein Suchtmittel. Diese Differenzierung ist wichtig.
Nikotinprävention lässt sich darum nicht nach dem Modell "Toleranz statt Abstinenz" umsetzen - beziehungsweise würde sie aus verständlichen Gründen scheitern. Das vermittelte die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) auf dem Kongress der Mentor-Stiftung "Rausch als Risiko und Herausforderung — neue Wege der Suchtprävention" am Wochenende in Karlsruhe. Die Überlegung, Rausch an sich sei nichts Böses, und daher gehe es in der Prävention darum, Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Drogen zu erläutern, lässt sich auf Nikotin nicht anwenden, weil Nikotin eine rauschlose Droge ist. Ungeachtet der Frage, inwieweit dieser Toleranz-Ansatz bei Alkohol und Cannabis sinnvoll ist, kann er bei einer Substanz nicht funktionieren, die ein so hohes Suchtpotenzial hat wie Nikotin.
"Verantwortungsvoller Konsum von Nikotin" wäre eine Anleitung zum Süchtigwerden durch die Stadien der primären Vergiftungssymptome hindurch (Kopfschmerzen, Schwindel), bis sich die Rezeptoren an das Nikotin soweit gewöhnt haben, dass sie es fortan regelmäßig brauchen. Aufgrund der Abwesenheit einer positiven Wirkung auf den nicht Süchtigen ist Nikotin kein Genussmittel, zu dessen verantwortungsvollem Umgang man Kinder und Jugendliche anleiten muss. Der wahrgenommene "Genuss" beim Rauchen beruht alleine darauf, dass das Nikotin kurz die Entzugserscheinungen beim nikotinabhängigen Raucher lindert. Es ist normal, dass Süchtige es genießen, wenn sie ihren Suchtstoff nehmen.
Die DGNP weist darauf hin, dass Nikotinprävention eines eigenen Ansatzes bedarf. Kinder und Jugendliche sollten erfahren, warum Nikotin eine sinnlose Droge ist. Und sie sollten erfahren, dass der Genuss beim Rauchen ausschließlich im kurzfristigen Wiederherstellen eines angenehmen Zustandes besteht, der für Nichtraucher normal ist. Aufgrund der Abwesenheit von Rausch beim Nikotin kann es kein erstrebenswerter Zustand sein, Raucher zu sein.
Kick-off-Seminar "Fiese Falle!"
20.04.07 - In der Kooperation mit dem FEZ Berlin startet die Seminarreihe
"Fiese Falle!" - unser Seminar für nicht rauchende Kinder und
Jugendliche. Die DGNP-Trainerinnen Isabell Drescher und Babette Halbe
zeigen, warum Raucher sein kein erstrebenswerter Zustand ist, wie die
Nikotinfalle durchs Probieren zuschlägt und was es bedeutet, wenn man
regelmäßig Nikotin braucht. Nicht zu sehen gibt es Raucherlungen, statt
um die Folgen oder andere Nebenaspekte geht es um das Rauchen selbst.
Dieses Kick-off-Seminar ist für interessierte Fachleute und Journalisten
offen. Termin: 22. Mai 2007, 9.30 Uhr bis 11 Uhr. Bitte setzen Sie sich
bei Bedarf mit uns in Verbindung:
info@nikotionpraevention.de
Offener Brief zum Kinderbuch "Die wilden Hühner"
22. März 2007
Cecilie Dressler Verlag GmbH & Co. KG
Geschäftsführung
Frau Silke Weitendorf,
Herrn Jan Weitendorf,
Herrn Thomas Huggle
Poppenbütteler Chaussee 53
22397 Hamburg
Sehr geehrte/r Frau und Herr Weitendorf, sehr geehrter Herr Huggle,
auf einer Präventionsveranstaltung zum Thema Nikotinabhängigkeit wurden wir durch ein Kind auf Ihr Buch "Die wilden Hühner und die Liebe" von Cornelia Funke aufmerksam. Wie stets zu Beginn unseres Seminars "Fiese Falle!" fragten wir die Kinder, warum sie meinen, dass Erwachsene überhaupt rauchen. Ein achtjähriges Mädchen antwortete: "Rauchen hilft gegen Stress." Wir fragten das Mädchen, wie sie darauf komme. Das Mädchen antwortete, das habe sie in dem Buch "Die wilden Hühner" gelesen. In der Handlung sage eine Mutter zu ihrem Kind, sie habe Stress und brauche daher eine Zigarette. Wir haben uns das Buch besorgt und den Hinweis recherchiert. Wir finden u.a. folgende Passagen, die wir uns hier zu zitieren erlauben:
Seite 152: Ihre Mutter saß im Wohnzimmer und Sprotte roch, dass sie geraucht hatte, als sie den Kopf durch die Tür steckte. "Ich gewöhn es mir wieder ab!", versprach sie, als Sprotte mit finsterer Miene den vollen Aschenbecher vom Tisch nahm und in die Küche brachte. (...) "Ich hör sofort wieder auf, sobald dieser ganze Stress vorbei ist."
Diese Passage kann in Kindern den Irrglauben wecken oder festigen, Rauchen helfe gegen Stress. In der Tat braucht aber kein Nichtraucher bei Stress eine Zigarette. Nichtraucher reagieren auf Nikotin im Allgemeinen mit Schwindelgefühlen und Übelkeit. Dass Nichtraucher keine Zigaretten brauchen, wissen Raucher: Alle waren einmal Nichtraucher und haben zu nichts Zigaretten gebraucht. Auf Raucher wirkt das Rauchen hingegen entspannend, weil ihnen ohne zu rauchen etwas fehlt. Das ist normal bei Suchtmitteln.
Seite 172: "Kaffee wär nicht schlecht!", murmelte ihre Mutter, holte das Päckchen Zigaretten aus dem Küchenschrank, das sie dort versteckt hatte, starrte es einen Moment lang an und warf es in den Mülleimer. Dann setzte sie sich wieder an den Tisch.
Diese Passage kann in Kindern den Irrglauben wecken oder festigen, Rauchen gehöre zum Kaffee. In der Tat braucht kein Nichtraucher zum Kaffee eine Zigarette. Raucher rauchen, weil ihnen ohne Nikotin etwas fehlt. Die Verbindung zum Kaffee entsteht infolge einer Pawlowschen Konditionierung, wonach Raucher die Verknüpfung zwischen beiden Elementen trainieren und irgendwann daran glauben. In der Psychologie nennt man so etwas eine Fehlkonditionierung.
Dass Rauchen gegen Stress hilft und zum Kaffee passt, sind – neben anderen Fehlkonditionierungen – zwei wesentliche Elemente der psychischen Abhängigkeit beim Rauchen. In aller Regel gehen solche Behauptungen auf die Tabakindustrie zurück: Wir finden sie in zahlreichen Werbebeispielen. Es ist allerdings das erste Mal, dass ein Kinderbuch die für Raucher typischen Illusionen bereits Kindern ins Denken pflanzt. Die Aussage des oben erwähnten Mädchens auf unserer Veranstaltung geht eindeutig auf Ihr Buch zurück.
Wir gehen nicht davon aus, dass Ihre Autorin beabsichtigt hat, dem Rauchen positive Attribute zuzuordnen. Eher vermuten wir, dass die Passagen auf mangelnder Kenntnis übers Rauchen beruhen, wie es typisch für Deutschland ist, weil bislang kaum jemand die Öffentlichkeit über das Rauchen selbst aufklärt. Die meisten Aufklärungsprogramme konzentrieren sich stattdessen auf die Folgen des Rauchens oder auf andere Nebenaspekte.
Wir möchten Sie vor diesem Hintergrund bitten zu überlegen, ob Sie die fraglichen Passagen bei einer nächsten Auflage des Buches entsprechend redigieren, so dass die expliziten und impliziten Botschaften der Geschichte Kindern nicht mehr einreden, Rauchen habe Vorteile. Suchtmittel haben nur für Süchtige scheinbar Vorteile, nicht Süchtige brauchen keine Suchtmittel. Wir sind überzeugt, dass sich eine dem Fachwissen entsprechende Anpassung ohne Beeinträchtigung der Geschichte selbst machen lässt und auch dem Anspruch an Wahrung der Kunstfreiheit gerecht wird. Sollten Sie dazu entsprechendes Expertenwissen benötigen, so kommen Sie bitte einfach auf uns zu.
Danke und herzliche Grüße
Isabell Drescher Vorstand Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V.
DGNP bei „Abenteuer Gesundheit“
02.03.07 – Die DGNP macht mit bei „Abenteuer Gesundheit“ vom FEZ Berlin in der Wuhlheide: In Workshops und an Ständen können sich Schulklassen noch bis zum 8. März spielerisch über verschiedene Aspekte des gesunden Lebens informieren. Die DGNP ist dabei mit ihrem Präventionsseminar „Fiese Falle!“.
Dabei zeigt sich vermehrt, wie sehr schon Kinder den Lügen des Rauchens unterliegen. „Dass Rauchen gegen Stress hilft, glauben schon Zweitklässler“, berichtet DGNP-Trainerin Isabell Drescher. Ein weit verbreiteter Irrtum, den die DGNP aufklären will: „Wir leiten den Kindern her, dass Rauchen nur Raucher entspannt, weil nur Rauchern das Rauchen fehlt. Wen es nicht juckt, der muss sich nicht kratzen.“
Die Kinder hören zu, denken nach, verstehen. Ihre Reaktion auf diese neue Sichtweise: Sie sind verblüfft. Isabell Drescher: „Die Kinder verstehen zum ersten Mal wirklich, warum ihre Eltern rauchen, und wissen nach dem Seminar auch mehr als ihre Eltern darüber. Man sieht den Kindern diese Erkenntnisprozesse geradezu an, in denen sie begreifen, dass Rauchen nichts Erstrebenswertes ist, sondern dass Rauchen regelmäßig das Gefühl erzeugt, dass einem etwas fehlt.“
Bei den Begegnungen im FEZ Berlin zeigen sich auch viele Defizite bisheriger Prävention: „Alle Kinder, die schon mal probiert haben zu rauchen, denken, nur ihnen schmeckt es schlecht und sie würden daher nicht süchtig werden“, berichtet DGNP-Trainerin Babette Halbe. „Sie erleben einen regelrechten Aha-Effekt, wenn sie hören, dass Nikotin am Anfang immer so wirkt und dass in dieser Wirkung die Gefahr liegt. Das hat den Kindern bisher so niemand gesagt.“
Auch wundern sich die DGNP-Trainerinnen, dass unter Erwachsenen der
Gedanke kaum verbreitet ist, dass es sich beim Rauchen um eine Sucht
handelt. „Ein Kind berichtet von seiner Oma, die angeblich nur raucht,
um sich zu wärmen. Weil niemand frieren will, erscheint das Rauchen dem
Kind so als eine Lösung“, warnt Isabell Drescher. „Und die Oma wird zum
unbezahlten PR-Sprachrohr der Tabakindustrie.“
www.fez-berlin.de
Kooperation mit FEZ Berlin
25.02.07 – Die DGNP und das FEZ Berlin in der Wuhlheide arbeiten
zusammen: Ab sofort gibt die DGNP in Berlins größtem Kinder- Jugend- und
Familienzentrum monatlich das Präventionsseminar „Fiese Falle!“ für
nicht rauchende Kinder und Jugendliche. Auftaktseminar ist am 26. April
2007 um 9.30 Uhr. Weitere Infos folgen. Informationen zum FEZ Berlin
unter:
www.fez-berlin.de
DGNP gegründet
20.11.2006 – In die Debatte ums Rauchen und Nichtrauchen kommt Bewegung. Trainerinnen und Trainer von Nichtraucherseminaren haben die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) gegründet. Die DGNP versteht sich als Ansprechpartner für Schulen und Pädagogen, wenn es um effektive Seminare zur Prävention des Rauchens und zum Rauchstopp bei Jugendlichen geht, und steht der Öffentlichkeit und Experten als Informationsquelle zum Thema Nikotinabhängigkeit und Prävention zur Verfügung.
„Wir leben davon, dass wir wissen, wie man Raucher dauerhaft zu Nichtrauchern macht“, sagt der Berliner Kommunikationswissenschaftler Thilo Baum aus dem Gründungsteam der DGNP. „Und das bedeutet eine soziale Verantwortung, die wir wahrnehmen möchten.“ Baums Kollege Dr. Stefan Frädrich: „Wir betrachten es als unsere Pflicht, unser Know-how der Prävention an Schulen zur Verfügung zu stellen.“
Anders als herkömmliche Angebote der Nikotinprävention argumentiert die DGNP nicht mit Abschreckung. „Dass Rauchen krank macht, wissen Kinder und Jugendliche“, sagt Isabell Drescher von der DGNP, die wie alle ihre Kollegen Ex-Raucherin ist.
Über das Rauchen sprechen statt nur über seine Folgen und über Verbote – das ist der neue Ansatz. „Als rauchender Schüler musste ich nach den Raucherlungenfilmen erst einmal eine rauchen gehen“, sagt Baum. „Wer schreckliche Fotos sieht, empfindet Beklemmung und Stress, und als Raucher glaubt man, gegen Stress helfe das Rauchen.“ Auch sei es fragwürdig, ob abschreckende Bilder Kinder vom Rauchen abhalten: „Mit 13 war es mir egal, ob ich in 40 Jahren vielleicht krank werde“, sagt Baum. „Der Thrill, die Zigarette zu probieren und etwas Verbotenes zu tun, vor dem gewarnt wird, war mir damals einfach wichtiger.“
In der Debatte übers Rauchen fehlte bislang die Stimme, die die DGNP nun übernimmt. Der Staat verdient einerseits an der Tabaksteuer und soll andererseits etwas für die Volksgesundheit tun. „Nicht zuletzt aufgrund dieses Dilemmas gibt es staatlicherseits kaum klare Entscheidungen“, sagt Baum. Nichtraucherschützer fordern Rauchverbote und gesunde Atemluft. „Alles im Sinne der Nichtraucher, aber für Raucher keine Hilfe zum Aufhören und für Kinder kein Grund, den Versuch bleiben zu lassen“, sagt Baum. Medizin und Wissenschaft betrachten die Folgen des Rauchens. „Aber selten das Rauchen selbst“, sagt Baum. „Und eine Grundannahme der Medizin, dass Abschreckung Kinder vom Anfangen abhält, lässt sich durch interne Dokumente der Tabakindustrie widerlegen.“ In dem Chor zum Thema Rauchen spricht bislang kaum jemand über die Mechanismen des Rauchens selbst. Baum: „Und darum gibt es jetzt die DGNP.“
Wichtig sind dabei die so genannten Tabakindustriedokumente – interne Dokumente von Unternehmen wie Philip Morris oder British American Tobacco, die im Zuge eines Gerichtsverfahrens in den USA an die Öffentlichkeit kamen. Etwa schreibt Philip Morris 1972: „Die Teenager von heute sind die potenziellen regelmäßigen Kunden von morgen.“ Isabell Drescher: „Und damit überzeugen wir Kinder und Jugendliche besser als mit Krankheiten. Denn die Krankheiten liegen in der Zukunft, aber Marketing-Opfer wollen sie schon jetzt nicht sein.“

